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Die schönsten Balance- und Techtree-Märchen


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22 replies to this topic

Cheekibreekiivdamke #1 Posted 13 January 2014 - 09:21 PM

    They see me Ilyushin', they hatin

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Immer wieder kommen die Beschwerden darüber, ein gewisses Flugzeug sei zu stark oder ein gewisses zu schwach, oder die Forderung nach einem gewissen legendären Flieger, den man gern im Spiel hätte. Das betrifft häufig Russen oder Deutsche

 

Viele Spieler gehen beispielsweise mit der Erwartung an den deutschen Zweig, in einer 109, 190 oder 262 ein Überflugzeug zu haben. Wie sonst hätte die Luftwaffe gegen die alliierte Übermacht so lange standhalten können? Die Ernüchterung ist umso größer, wenn man im Kurvenkampf gegen so ziemlich alles verliert. Die Vermutung liegt natürlich nahe; diese diktatorisch regierten Russen (Spoiler: sind eigentlich keine Russen, dafür ebenso diktatorisch regiert) haben die Deutschen abgeschwächt, damit ihre eigenen Flugzeuge ordentlich abschneiden, die sowieso nur nach dem Motto Masse statt Klasse die Front überfluteten. Oft wird dabei mit lustigem Halbwissen aufgewartet (die FW-190 konnte eine Spitfire auskurven), das einer Diskussion nicht wirklich zuträglich ist.

 

Räumen wir mal mit dem Ganzen auf.

 

Die Deutschen verlieren im Kurvenkampf immer, das war sicher nicht so!

Doch, war es. Der größte Nachteil der deutschen Jäger (Bf 109 und besonders auch die spätere Fw 190) stellte sich bereits über dem Ärmelkanal heraus: Ihre geringere horizontale Mobilität im Vergleich zu den britischen Spitfire- und Hurricane-Jägern. Das ging den ganzen Krieg über so; auch an der Ostfront. Selbst gegen die amerikanischen P-38-Doppelrumpfjäger zogen sie manchmal den Kürzeren. Ihre Stärken liegen in der Vertikalen, in der End-, Steig- und Sturzgeschwindigkeit. Das gilt für die schwer bewaffneten zweimotorigen Zerstörer sowieso.

Ausnahmen bilden die FW 190 D und TA 152. Diese als Höhenjäger konzipierten extrem schnellen Flugzeuge wiesen eine schlechtere Steigrate als ihre Vorgängermodelle auf, wendeten aber fast auf dem Kreis, die Ta 152 konnte sogar mit Spitfires kurven, und das trotz der viel klobigeren Konstruktion. WG hat dies jedoch nicht implementiert, damit keine allzu große Umstellung erfolgt; als würdiges Upgrade für die schwer zu meisternden, doch in den richtigen Händen schwer zu besiegenden FW 190 A-Modelle.

Die Deutschen haben mit ihren vertikalen Fähigkeiten die Initiative und eine sehr schwere Bewaffnung, nutzt das entsprechend aus.

 

Die deutsche Wunderwaffe X fehlt!

Nein, die deutschen Düsenjäger waren keine Wunderwaffen. Das resourcenschonende, doch unzuverlässige Jumo-Triebwerk der Messerschmitt 262 und auch der Ho 229 (die nebenbei niemals als Stealth-Jet knapp unter Schallgeschwindigkeit konzipiert war, das hat sich Northrop als Marketing-Gag ausgedacht - im Spiel wäre sie wohl eine große Zielscheibe, bei der ein paar zentrale Treffer beide Turbinen, das Heck und vermutlich gleich noch den Piloten ausschalten würde.) hätte den Krieg nicht gewonnen, und auch ohne Hitlers Einmischung, welcher den reinen Abfangjäger Me 262 als Bomber missbrauchen wollte (und das, wo Arado schon die Ar 234 in Entwicklung hatte), wäre daraus nichts geworden; der Jumo blieb unzuverlässig, musste wie ein rohes Ei behandelt werden und die 262 konnte nur durch ihre extrem hohe Höchstgeschwindigkeit und Destruktivität gegen Bomber punkten. Sie war schwierig zu manövrieren, beschleunigte furchtbar und die Triebwerke hatten die Tendenz, bei plötzlichem Kurven, zu wenig Schub oder Lastwechsel auszuflammen und damit den Düsenjäger zum Segeln zu verdonnern. Das HeS 011-Triebwerk aus dem Hause Heinkel, welches politisch ständig blockiert wurde, wäre ein guter Entwurf gewesen und wurde in ähnlicher Form nach dem Krieg von den Amerikanern verwendet, schlussendlich scheiterte die Produktion guter und fortschrittlicher Flugzeuge am Eigensinn Hitlers, dem Opportunismus seines Reichsmarschalls und anderen politische Faktoren. Die deutschen Projekte, die im Spiel sind, sind stärker, als sie es eigentlich sein sollten - eine HG3 hätte auch mit den Heinkel-Motoren gegen eine F86 keine Chance. :child:

 

Und wer das "Kraftei" Me 163 haben möchte, sollte keine allzu großen Erwartungen darin setzen. Man könnte sich genauso gut auf eine tausend Kilometer in der Stunde fliegende Silvesterrakete setzen und hin und da mal ein paar Schüsse abgeben. Der Treibstoff würde nicht einmal für ein komplettes Match reichen, von den wenigen HP und den spontanen Explosionen durch das haarsträubende Treibstoffgemisch gar nicht zu reden. Das manifestierte sich auch im echten Leben - ganze neun Abschüsse fabrizierten die Dinger, im Gegenzug wurden vierzehn heruntergeholt, während die Unfälle in der Luft und am Boden noch Dutzende mehr sind.

 

Die Russen-Jäger sind viel zu gut, ihre Schlachter halten zu viel aus!

Der Russen-Bias ist ein immer wieder kehrendes Thema in so ziemlich jedem Spiel, das irgendeine Kriegspartei gegen die Russen/Sowjets beinhaltet (und auch im Konkurrenzprodukt, nebenbei). Dazu gibt es eine sehr gute GIF:

 

http://meta.filesmelt.com/downloader.php?file=t80-large.gif

 

Das liegt daran, dass Viele von Mütterchen Russland nur minderwertige massenproduzierte Ware erwarten. Diese Erwartungshaltung ist jedoch Blödsinn; am (ziemlich simplen, aber sehr effektiven) Spitzenequipment mangelte es der roten Armee nie. Was sie jedoch nicht hatte, waren so hoch qualifizierte Streitkräfte wie die bestens ausgebildeten deutschen Landser. Schauen wir uns die sowjetische WWS (Luftwaffe) an:

 

Bei Beginn der Operation Barbarossa hatte die sowjetische Luftwaffe größtenteils den stark veralteten Eindecker I-16 und den noch viel weniger zeitgemäßen Doppeldecker I-15. Die Deutschen hatten bei Kriegsbeginn auch nicht unbedingt die besten Flugzeuge, doch 1 3/4 Jahre Zeit um das ein wenig auszumerzen. Auch die moderneren Entwürfe, die LaGG-3 (die von ihren Piloten aufgrund der Schwerfälligkeit unschmeichelhaft Lackierter Sarg genannt wurde) und die MiG-3 (tatsächlich schneller und wendiger als deutsche Flugzeuge, jedoch furchtbar instabil zu fliegen und unterbewaffnet) konnten nicht gut mithalten. Lediglich die Yak-1 war konkurrenzfähig; sie und weiterentwickelte Modelle bewährten sich während des gesamten Krieges über sehr gut. Als man die LaGG-3 mit einem Sternmotor aufrüstete (La-5), wurde sie ein den deutschen Jägern in fast allen Gesichtspunkten ebenbürtiges, wenn nicht sogar überlegenes Flugzeug, das aber immer noch in der Horizontalen besser war als in der Vertikalen. Der Vorteil der Deutschen hier blieb bestehen - im Spiel nicht anders

 

Als wegweisend sollte sich die Iljuschin IL-2 herausstellen; ihre dicke Panzerung brachte so manchen Jagdpiloten zum Verzweifeln, und ihre wirksamen Luft-Boden-Raketen und Bordkanonen machten sie zum gefürchteten Gegner der deutschen Panzer und Konvois. Die Stuka-Sprengbomben dagegen richteten gegen Panzer nur bei schwer zu erzielenden direkten Treffern wirklich was aus, und sprengten bei Nahtreffern bestenfalls die Ketten ab. Dazu waren die Ju 87 sehr schwach gepanzert. Dafür war ein Schlachtflugzeug ohne Jägerdeckung Futter; da WG im Spiel Frust vermeiden möchte, halten Schlachtflugzeuge extrem viel aus. Dies ist nicht aus irgendeinem Russenbias entstanden, sondern einfach aus Balancing-Gründen. Außerdem: Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner. Ich als passionierter Schlachterpilot finde nach wie vor, dass so ein schwerer Jäger meine geliebten russischen Ziegelsteien viel zu schnell zerlegt. Und wer die Feuerkraft zu hoch findet, soll es vermeiden, in die überschweren Kanonen eines Schlachtflugzeugs zu blicken, das jedes direkte Duell gegen einen gleichstufigen (schweren) Jäger dank der schweren Bewaffnung, vielen Trefferpunkte und auch mitunter Raketen gewinnen kann. 

 

Mit Waffe X ist nicht zu zielen!

An den Waffen sei hier exemplarisch geschildert, dass eine schlechte Kategorie nicht bedeutet, dass das ganze Flugzeug schlecht ist. Man muss das Gesamtpaket betrachten

 

Vor und während des zweiten Weltkriegs gab es drei Kriterien, nach denen eine Flugzeugwaffe zu funktionieren hatte:

 

1. Die Feuerrate, um die Trefferchance zu erhöhen.

2. Das Geschossgewicht, um den Schaden zu maximieren

3. Die Mündungsgeschwindigkeit, um das Zielen zu vereinfachen

 

Eine gute Lösung um alle drei zu erreichen gab es nicht wirklich, zwei waren das Maximum. Die meisten Nationen pendelten sich letztendlich auf das 20mm-Kaliber ein, welches einen ausgewogenen Mix darstellte, die USA spezialisierten sich mehr auf Punkt 1 und 3. Exemplarisch sei hier die deutsche MK 108 aufgelistet, ein brillianter Entwurf aus dem Hause Rheinmetall-Borsig. Das Geschütz war kompakt, schnell feuernd und extrem zerstörerisch. Der Nachteil lag in der Konzeption als Anti-Bomber-Waffe; die niedrige Mündungsgeschwindigkeit erschwerte das Zielen gegen Jäger. Schlachtflugzeuge massakriert die 30mm-Maschinenkanone jedoch zuverlässig - das kann ich aus leidvoller Erfahrung bestätigen. Gegen Ende des Krieges versuchten die Deutschen das Problem mit dem MG 213 in den Kalibern 20 und 30 Millimetern in den Griff zu bekommen. Es stellte sich wie so viele technologische Errungenschaften der Deutschen als wegweisend heraus, kam aber zu spät und über das Prototypenstadium nicht mehr hinaus. Die 30mm-Version wurde die geringe Mündungsgeschwindigkeit nicht mehr los, daraus entwickelte Versionen wie die im Spiel enthaltene britische ADEN oder die amerikanische M12 lösten das Problem. Jetzt werden sicher viele schreien, dass die Me 262 HG3 den amerikanischen, britischen und selbst sowjetischen (die IL-40p manövriert sie im Kurvenkampf glatt aus) schweren T10-Flugzeugen hoffnungslos unterlegen ist. Die Überlegenheit der plumpen, aber sehr schnellen Nachkriegs-Javelin der Briten und der amerikanischen Cutlass über die deutsche HG III wird jedoch durch einen ziemlich simplen Faktor ausgeglichen: Die im Vergleich mit anderen schweren T10-Flugzeugen (leichte Jäger ausgeschlossen) sehr großen und schweren Ableger der Zweige sind auf großen Geschwindigkeiten und Höhen sehr schlecht kontrollierbar und verlieren viele ihre Vorteile, wo die HG3 sich erst richtig wohl fühlt. Noch dazu sind sie extrem schwer und mit ihrer Deltaflügelkonstruktion furchtbar große Ziele. Stürzt euch nicht immer auf einen Stat.

 

WG will alles gleich machen und gute Spieler bestrafen!

Das geht nach Patches, in denen bestimmte Flugzeuge, die das Metagame ausmachen (=Das Flugzeug ist sehr einfach erfolgreich zu spielen, ein guter Spieler dominiert damit) immer gern über das Internet. Das Lieblingsspielzeug wurde generft, nun kann man damit keinen Gorowets nach dem anderen einfliegen! Gut bei World of Tanks am KV-1S zu beobachten - ein starker, einsteigerfreundlicher Panzer, der in den Händen derjenigen, die vom Spiel ein wenig Ahnung haben, rasch zur Massenvernichtungswaffe wird. Im Interesse einer guten Spielbalance (man soll mit jedem Vehikel/Flugzeug ähnliche Chancen haben, das Team Richtung Sieg zu schubsen, davon abhängig wie man es spielt, versteht sich), ist das nötig. Oft wird dann der mehr als blödsinnige Satz "Der Entwickler will alles gleich machen, am Ende schießen wir mit Wattebäuschchen in vollkommen identen Klassen aufeinander und Skill macht nichts mehr aus" vom Stapel gelassen.  Dass das nicht stimmt, wird sich den Meisten schon an der Tatsache erschließen, dass die Spezialitäten der unterschiedlichen Nationen (bspw. die Japaner, die fast alles auskurven können - außer andere Japaner) nach wie vor erhalten bleiben. World of Tanks ist nach vielen Jahren der Balance nach wie vor kein Einheitsbrei.

Besonders stark zeigte sich dies vor Patch 1.1: Vertikale Manövrierfähigkeit war vorher extrem stark und entwertete Schlachtflugzeuge, japanische und russische Jäger quasi komplett. Es dominierten die amerikanische Mustang-Linie und der gesamte deutsche Zweig. Um die Vielfalt aufrecht zu erhalten, änderte WG gar nichts an deren Flugleistungen, sondern ließ sie beim Steigen einfach mehr Schaden nehmen, vorhin verlief dieser Vorgang fast gefahrlos. Als Folge kann nun auch ein Kurvenkämpfer einem steigenden Gegner wehtun und ist wieder effektiver. Dennoch war der Aufschrei groß, als man plötzlich mit der furchtbaren Tatsache konfrontiert wurde, dass man nun tatsächlich sogar von anderen Flugzeuge als den Dominanten abgeschossen werden kann. Dass zwei Patches davor die Schlachtflugzeuge, eine kleine Minderheit für Liebhaber und Masochisten, noch härtere Nerfs einstecken mussten, war wiederum wenig publik. Vom Balancing-Aspekt her muss immer etwas getan werden, das hat nichts mit Gleichmacherei zu tun, es hält das Spiel am Leben. Was nützt die schönste neue Jäger-Linie, wenn sie mit der momentanen Spielphysik nutzlos ist und sowieso nicht gespielt wird? :glasses:

 

 

 

Der Thread wird konstante Updates erfahren, über Vorschläge bin ich dankbar. Einen Moderator bitte ich, das Ganze zu pinnen.


Edited by JavikTheProthean, 15 January 2014 - 04:52 PM.

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 Haut rein ihr Fotzen

 - SergeantBabas letzte Worte


Stranger40 #2 Posted 13 January 2014 - 09:35 PM

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Großes Lob erstmal, ein echter Lichtblick.:medal:

 

Kleine techniche Anmerkung: Das Gif musste ich deaktivieren, da es zuvor konstant meinen Firefox abschmieren lies. Weiß natürlich nicht, ob das ein Privatproblem meinerseits ist, aber wenn das andere evtl. auch melden, täte es vielleicht auch ein Link.


Ehrenwertes Mitglied der Franzosenlobby


Liner8 #3 Posted 13 January 2014 - 09:41 PM

    Commander of Resistance

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Sehr schön! Hoffentlich lesen ihn auch die richtigen Leute...

„Ich würde lieber eine deutsche Division vor mir haben, als eine französische hinter mir.“

George S. Patton, US-Amerikanischer General zur Zeit des zweiten Weltkriegs

 


 


Paletta22 #4 Posted 14 January 2014 - 05:13 AM

    Master Sergeant

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Echt gut geschrieben!

Black_Sheep1 #5 Posted 14 January 2014 - 05:49 AM

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@JaviktheProthean: Grundsätzlich hast Du mit Deiner Aussage natürlich recht. So jetzt fragen sich die ersten schon wo das Aber ist, das kommt jetzt. Es gibt dennoch Flugzeugkombinationen, bei denen man in einer 1 vs. 1 in der Regel alt aussieht, einfach aufgrund der Flugzeuge, bzw. aufgrund dessen was diese können und was nicht. Und ich meine hier Flieger des selben Tiers und der gleichen Klasse. Da stimmt das Balancing dann meiner bescheidenen Meinung nach nicht, wenn ich schon anhand des Flugzeuges mit sehr hoher Wahrscheinlichkeint sagen kann wer Gewinnt und wer Verliert, die fähigkeiten der Piloten mal aussen vor.


Edited by Black_Sheep1, 14 January 2014 - 05:51 AM.


aGentleTanker #6 Posted 14 January 2014 - 08:41 AM

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Dabei finde ich persönlich die deutschen nahezu OP soweit wie ich bisjetzt gekommen bin, also in den ersten tiers.

 

Die Bf110 der Blenheim in meinen Augen weit überlegen - vor allem Stock

Die Bf109B excellent bewaffnet und wo es horizontal an Manövrierfähigkeit fehlt macht man mit Jojos wieder wett.

 

Allerdings wird die I16 immer ein Platz in meinem Herzen und im virtuellen Hangar haben.

 

 

 



lanaaron #7 Posted 14 January 2014 - 09:41 AM

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man muß immer unterscheiden zwischen realität und spiel. das spiel soll ja sinnig sein also braucht man sich eigentlich nicht darüber unterhalten was *damals* wirklich so auf dem schlachtfeld abging.

 

im spiel braucht man eine menge erfahrung um aussagen über die balance treffen zu können. ein *ich werd immer abgeknallt...das ding ist schrott* reicht da nicht aus^^

 

Ich finde auch man muß eine menge flugzeuge geflogen sein um sich wirklich eine meinung bilden zu können. ausnahmen bestätigen natürlich die regel. ich hab nicht viele geflogen aber ich seh auf jeden fall ein balance-problem bei der il20. Sie ist praktisch keine verbesserung zu den vorgängern und ihre bewaffnung ist, vor allem für einen schlachter, auf t8 ein witz. ich denke ein anheben der reichweite der 23er würde schon was nutzen und die 57er entweder aus dem spiel nehmen oder die überhitzung nen ganzes stück nach unten schrauben. so wie sie jetzt sind ergeben sie nicht wirklich einen sinn da sie auf bodenziele auch nicht viel mehr anrichten als die 23er und viel zu ungenau sind um sie im *luftkampf* einzusetzen..wobei sich die il20 da eh sehr schwer tut^^

 

zu *die deutschen op*...sie haben ne gute feuerkraft und geschwindigkeit...sind aber auch nicht viel beweglicher als nen stein^^

 

am ende muß man hier aber wirklich 1 v. 1 schauen denn *das team ist ja auch noch da* zählt nix. Um da aussagen zu treffen muß man aber eben wirklich ahnung haben und die maschinen kennen. da verlass ich mich dann lieber auf die aussagen von leuten die fakten bringen und zeigen das sie sich auskennen als auf das typische gejammer das es in jedem spiel gibt.



Hugly #8 Posted 14 January 2014 - 02:53 PM

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Danke für deine Ausführungen und die Richtigstellung mancher "Legende"! Ergänzend zur Me 262 möchte ich noch anführen dass der Grund für die Verzögerung des Einsatzes weniger in Hitlers Entscheidung lag die Me 262 als "Schnellbomber" zu verwenden (Auch wenn dies eine Fehlentscheidung war), sondern in der Verfügbarkeit der Triebwerke. Das grösste Problem war das Fehlen wichtiger Metalllegierungen die für ein solches Triebwerk eigentlich erforderlich gewesen wären... von der Tatsache dass man hier völliges Neuland betrat mal ganz abgesehen. Auch mit der Priorität als Jäger wäre die Me 262 demnach nicht wesentlich früher einsatzfähig gewesen.

 

Was nun Spiel und Wirklichkeit betrifft so muss man wohl sagen dass Flugzeuge wie eben die Me 262 eigentlich überhaupt nicht nach WoWP gehören. Thematisch mag der 2. Weltkrieg interessanter sein, vor allem in den niedrigen Tierstufen ist WoWP aber eher mit der Situation im 1. Weltkrieg vergleichbar. Für einen schnellen Abfangjäger mit schwerer Bewaffnung gibt es hier eigentlich kein realistisches Einsatzgebiet... aber es ist natürlich trotzdem stimmungsvoll, auch wenn man hier Zugeständnisse an die Spielbalance machen muss.

 

Entsprechend würde ich auch eine Me 163 im Spiel bewerten. Technisch gesehen handelte es sich dabei mehr um eine bemannte Flugabwehrrakete als um ein Flugzeug, mit einigen Zugeständnissen könnte aber ein Flugzeug mit den Eigenschaften: "Überragende Geschwindigkeit, Leicht verwundbar, relativ starke, aber ungenaue Bewaffnung" durchaus Sinn machen. Auch wenn es nicht wirklich realistisch wäre... aber das ist hier im Spiel, genau betrachtet, vieles ohnehin nicht.



Cobra1983 #9 Posted 14 January 2014 - 06:47 PM

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View PostJavikTheProthean, on 13 January 2014 - 09:21 PM, said:

Immer wieder kommen die Beschwerden darüber, ein gewisses Flugzeug sei zu stark oder ein gewisses zu schwach, oder die Forderung nach einem gewissen legendären Flieger, den man gern im Spiel hätte. Das betrifft häufig Russen oder Deutsche

 

Viele Spieler gehen beispielsweise mit der Erwartung an den deutschen Zweig, in einer 109, 190 oder 262 ein Überflugzeug zu haben. Wie sonst hätte die Luftwaffe gegen die alliierte Übermacht so lange standhalten können? Die Ernüchterung ist umso größer, wenn man im Kurvenkampf gegen so ziemlich alles verliert. Die Vermutung liegt natürlich nahe; diese diktatorisch regierten Russen (Spoiler: sind eigentlich keine Russen, dafür ebenso diktatorisch regiert) haben die Deutschen abgeschwächt, damit ihre eigenen Flugzeuge ordentlich abschneiden, die sowieso nur nach dem Motto Masse statt Klasse die Front überfluteten. Oft wird dabei mit lustigem Halbwissen aufgewartet (die FW-190 konnte eine Spitfire auskurven), das einer Diskussion nicht wirklich zuträglich ist.

 

Räumen wir mal mit dem Ganzen auf.

 

Die Deutschen verlieren im Kurvenkampf immer, das war sicher nicht so!

Doch, war es. Der größte Nachteil der deutschen Jäger (Bf 109 und besonders auch die spätere Fw 190) stellte sich bereits über dem Ärmelkanal heraus: Ihre geringere horizontale Mobilität im Vergleich zu den britischen Spitfire- und Hurricane-Jägern. Das ging den ganzen Krieg über so; auch an der Ostfront. Selbst gegen die amerikanischen P-38-Doppelrumpfjäger zogen sie manchmal den Kürzeren. Ihre Stärken liegen in der Vertikalen, in der End-, Steig- und Sturzgeschwindigkeit. Das gilt für die schwer bewaffneten zweimotorigen Zerstörer sowieso.

Ausnahmen bilden die FW 190 D und TA 152. Diese als Höhenjäger konzipierten extrem schnellen Flugzeuge wiesen eine schlechtere Steigrate als ihre Vorgängermodelle auf, wendeten aber fast auf dem Kreis, die Ta 152 konnte sogar mit Spitfires kurven, und das trotz der viel klobigeren Konstruktion. WG hat dies jedoch nicht implementiert, damit keine allzu große Umstellung erfolgt; als würdiges Upgrade für die schwer zu meisternden, doch in den richtigen Händen schwer zu besiegenden FW 190 A-Modelle.

Die Deutschen haben mit ihren vertikalen Fähigkeiten die Initiative und eine sehr schwere Bewaffnung, nutzt das entsprechend aus.

 

Die deutsche Wunderwaffe X fehlt!

Nein, die deutschen Düsenjäger waren keine Wunderwaffen. Das resourcenschonende, doch unzuverlässige Jumo-Triebwerk der Messerschmitt 262 und auch der Ho 229 (die nebenbei niemals als Stealth-Jet knapp unter Schallgeschwindigkeit konzipiert war, das hat sich Northrop als Marketing-Gag ausgedacht - im Spiel wäre sie wohl eine große Zielscheibe, bei der ein paar zentrale Treffer beide Turbinen, das Heck und vermutlich gleich noch den Piloten ausschalten würde.) hätte den Krieg nicht gewonnen, und auch ohne Hitlers Einmischung, welcher den reinen Abfangjäger Me 262 als Bomber missbrauchen wollte (und das, wo Arado schon die Ar 234 in Entwicklung hatte), wäre daraus nichts geworden; der Jumo blieb unzuverlässig und die 262 konnte nur durch ihre extrem hohe Höchstgeschwindigkeit und Destruktivität gegen Bomber punkten. Sie war schwierig zu manövrieren und die Triebwerke hatten die Tendenz, in der Kurve plötzlich Feuer zu fangen. Das HeS 011-Triebwerk aus dem Hause Heinkel, welches politisch ständig blockiert wurde, wäre ein guter Entwurf gewesen und wurde in ähnlicher Form nach dem Krieg von den Amerikanern verwendet, schlussendlich scheiterte die Produktion guter und fortschrittlicher Flugzeuge am Eigensinn Hitlers, dem Opportunismus seines Reichsmarschalls und anderen politische Faktoren. Die deutschen Projekte, die im Spiel sind, sind stärker, als sie es eigentlich sein sollten - eine HG3 hätte auch mit den Heinkel-Motoren gegen eine F86 keine Chance. :child:

 

Und wer das "Kraftei" Me 163 haben möchte, sollte keine allzu großen Erwartungen darin setzen. Man könnte sich genauso gut auf eine tausend Kilometer in der Stunde fliegende Silvesterrakete setzen und hin und da mal ein paar Schüsse abgeben. Der Treibstoff würde nicht einmal für ein komplettes Match reichen, von den wenigen HP und den spontanen Explosionen durch das haarsträubende Treibstoffgemisch gar nicht zu reden. Das manifestierte sich auch im echten Leben - ganze neun Abschüsse fabrizierten die Dinger, im Gegenzug wurden vierzehn heruntergeholt, während die Unfälle in der Luft und am Boden noch Dutzende mehr sind.

 

Die Russen-Jäger sind viel zu gut, ihre Schlachter halten zu viel aus!

Der Russen-Bias ist ein immer wieder kehrendes Thema in so ziemlich jedem Spiel, das irgendeine Kriegspartei gegen die Russen/Sowjets beinhaltet (und auch im Konkurrenzprodukt, nebenbei). Dazu gibt es eine sehr gute GIF:

 

http://meta.filesmelt.com/downloader.php?file=t80-large.gif

 

Das liegt daran, dass Viele von Mütterchen Russland nur minderwertige massenproduzierte Ware erwarten. Diese Erwartungshaltung ist jedoch Blödsinn; am (ziemlich simplen, aber sehr effektiven) Spitzenequipment mangelte es der roten Armee nie. Was sie jedoch nicht hatte, waren so hoch qualifizierte Streitkräfte wie die bestens ausgebildeten deutschen Landser. Schauen wir uns die sowjetische WWS (Luftwaffe) an:

 

Bei Beginn der Operation Barbarossa hatte die sowjetische Luftwaffe größtenteils den stark veralteten Eindecker I-16 und den noch viel weniger zeitgemäßen Doppeldecker I-15. Die Deutschen hatten bei Kriegsbeginn auch nicht unbedingt die besten Flugzeuge, doch 1 3/4 Jahre Zeit um das ein wenig auszumerzen. Auch die moderneren Entwürfe, die LaGG-3 (die von ihren Piloten aufgrund der Schwerfälligkeit unschmeichelhaft Lackierter Sarg genannt wurde) und die MiG-3 (tatsächlich schneller und wendiger als deutsche Flugzeuge, jedoch furchtbar instabil zu fliegen und unterbewaffnet) konnten nicht gut mithalten. Lediglich die Yak-1 war konkurrenzfähig; sie und weiterentwickelte Modelle bewährten sich während des gesamten Krieges über sehr gut. Als man die LaGG-3 mit einem Sternmotor aufrüstete (La-5), wurde sie ein den deutschen Jägern in fast allen Gesichtspunkten ebenbürtiges, wenn nicht sogar überlegenes Flugzeug, das aber immer noch in der Horizontalen besser war als in der Vertikalen. Der Vorteil der Deutschen hier blieb bestehen - im Spiel nicht anders

 

Als wegweisend sollte sich die Iljuschin IL-2 herausstellen; ihre dicke Panzerung brachte so manchen Jagdpiloten zum Verzweifeln, und ihre wirksamen Luft-Boden-Raketen und Bordkanonen machten sie zum gefürchteten Gegner der deutschen Panzer und Konvois. Die Stuka-Sprengbomben dagegen richteten gegen Panzer nur bei schwer zu erzielenden direkten Treffern wirklich was aus, und sprengten bei Nahtreffern bestenfalls die Ketten ab. Dazu waren die Ju 87 sehr schwach gepanzert. Dafür war ein Schlachtflugzeug ohne Jägerdeckung Futter; da WG im Spiel Frust vermeiden möchte, halten Schlachtflugzeuge extrem viel aus. Dies ist nicht aus irgendeinem Russenbias entstanden, sondern einfach aus Balancing-Gründen. Außerdem: Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner. Ich als passionierter Schlachterpilot finde nach wie vor, dass so ein schwerer Jäger meine geliebten russischen Ziegelsteien viel zu schnell zerlegt. Und wer die Feuerkraft zu hoch findet, soll es vermeiden, in die überschweren Kanonen eines Schlachtflugzeugs zu blicken, das jedes direkte Duell gegen einen gleichstufigen (schweren) Jäger dank der schweren Bewaffnung, vielen Trefferpunkte und auch mitunter Raketen gewinnen kann. 

 

Mit Waffe X ist nicht zu zielen!

An den Waffen sei hier exemplarisch geschildert, dass eine schlechte Kategorie nicht bedeutet, dass das ganze Flugzeug schlecht ist. Man muss das Gesamtpaket betrachten

 

Vor und während des zweiten Weltkriegs gab es drei Kriterien, nach denen eine Flugzeugwaffe zu funktionieren hatte:

 

1. Die Feuerrate, um die Trefferchance zu erhöhen.

2. Das Geschossgewicht, um den Schaden zu maximieren

3. Die Mündungsgeschwindigkeit, um das Zielen zu vereinfachen

 

Eine gute Lösung um alle drei zu erreichen gab es nicht wirklich, zwei waren das Maximum. Die meisten Nationen pendelten sich letztendlich auf das 20mm-Kaliber ein, welches einen ausgewogenen Mix darstellte, die USA spezialisierten sich mehr auf Punkt 1 und 3. Exemplarisch sei hier die deutsche MK 108 aufgelistet, ein brillianter Entwurf aus dem Hause Rheinmetall-Borsig. Das Geschütz war kompakt, schnell feuernd und extrem zerstörerisch. Der Nachteil lag in der Konzeption als Anti-Bomber-Waffe; die niedrige Mündungsgeschwindigkeit erschwerte das Zielen gegen Jäger. Schlachtflugzeuge massakriert die 30mm-Maschinenkanone jedoch zuverlässig - das kann ich aus leidvoller Erfahrung bestätigen. Gegen Ende des Krieges versuchten die Deutschen das Problem mit dem MG 213 in den Kalibern 20 und 30 Millimetern in den Griff zu bekommen. Es stellte sich wie so viele technologische Errungenschaften der Deutschen als wegweisend heraus, kam aber zu spät und über das Prototypenstadium nicht mehr hinaus. Die 30mm-Version wurde die geringe Mündungsgeschwindigkeit nicht mehr los, daraus entwickelte Versionen wie die im Spiel enthaltene britische ADEN oder die amerikanische M12 lösten das Problem. Jetzt werden sicher viele schreien, dass die Me 262 HG3 den amerikanischen, britischen und selbst sowjetischen (die IL-40p manövriert sie im Kurvenkampf glatt aus) schweren T10-Flugzeugen hoffnungslos unterlegen ist. Die Überlegenheit der plumpen, aber sehr schnellen Nachkriegs-Javelin der Briten und der amerikanischen Cutlass über die deutsche HG III wird jedoch durch einen ziemlich simplen Faktor ausgeglichen: Die im Vergleich mit anderen schweren T10-Flugzeugen (leichte Jäger ausgeschlossen) sehr großen und schweren Ableger der Zweige sind auf großen Geschwindigkeiten und Höhen sehr schlecht kontrollierbar und verlieren viele ihre Vorteile, wo die HG3 sich erst richtig wohl fühlt. Noch dazu sind sie extrem schwer und mit ihrer Deltaflügelkonstruktion furchtbar große Ziele. Stürzt euch nicht immer auf einen Stat.

 

WG will alles gleich machen und gute Spieler bestrafen!

Das geht nach Patches, in denen bestimmte Flugzeuge, die das Metagame ausmachen (=Das Flugzeug ist sehr einfach erfolgreich zu spielen, ein guter Spieler dominiert damit) immer gern über das Internet. Das Lieblingsspielzeug wurde generft, nun kann man damit keinen Gorowets nach dem anderen einfliegen! Gut bei World of Tanks am KV-1S zu beobachten - ein starker, einsteigerfreundlicher Panzer, der in den Händen derjenigen, die vom Spiel ein wenig Ahnung haben, rasch zur Massenvernichtungswaffe wird. Im Interesse einer guten Spielbalance (man soll mit jedem Vehikel/Flugzeug ähnliche Chancen haben, das Team Richtung Sieg zu schubsen, davon abhängig wie man es spielt, versteht sich), ist das nötig. Oft wird dann der mehr als blödsinnige Satz "Der Entwickler will alles gleich machen, am Ende schießen wir mit Wattebäuschchen in vollkommen identen Klassen aufeinander und Skill macht nichts mehr aus" vom Stapel gelassen.  Dass das nicht stimmt, wird sich den Meisten schon an der Tatsache erschließen, dass die Spezialitäten der unterschiedlichen Nationen (bspw. die Japaner, die fast alles auskurven können - außer andere Japaner) nach wie vor erhalten bleiben. World of Tanks ist nach vielen Jahren der Balance nach wie vor kein Einheitsbrei.

Besonders stark zeigte sich dies vor Patch 1.1: Vertikale Manövrierfähigkeit war vorher extrem stark und entwertete Schlachtflugzeuge, japanische und russische Jäger quasi komplett. Es dominierten die amerikanische Mustang-Linie und der gesamte deutsche Zweig. Um die Vielfalt aufrecht zu erhalten, änderte WG gar nichts an deren Flugleistungen, sondern ließ sie beim Steigen einfach mehr Schaden nehmen, vorhin verlief dieser Vorgang fast gefahrlos. Als Folge kann nun auch ein Kurvenkämpfer einem steigenden Gegner wehtun und ist wieder effektiver. Dennoch war der Aufschrei groß, als man plötzlich mit der furchtbaren Tatsache konfrontiert wurde, dass man nun tatsächlich sogar von anderen Flugzeuge als den Dominanten abgeschossen werden kann. Dass zwei Patches davor die Schlachtflugzeuge, eine kleine Minderheit für Liebhaber und Masochisten, noch härtere Nerfs einstecken mussten, war wiederum wenig publik. Vom Balancing-Aspekt her muss immer etwas getan werden, das hat nichts mit Gleichmacherei zu tun, es hält das Spiel am Leben. Was nützt die schönste neue Jäger-Linie, wenn sie mit der momentanen Spielphysik nutzlos ist und sowieso nicht gespielt wird? :glasses:

 

 

 

Der Thread wird konstante Updates erfahren, über Vorschläge bin ich dankbar. Einen Moderator bitte ich, das Ganze zu pinnen.


Da kann dir leider nicht in allem zustimmen, Javik. Vorweg - ich bin ein Durchschnittsspieler und einiges mag sich mit zunehmender Spieldauer und -erfahrung noch ändern. Ich gehe deine Punkte am besten auch mal einzeln durch und nehme Stellung dazu.

 

Deutsche als Kurvenkämpfer:

Da gebe ich dir recht - eine Spitfire war einer 109 oder 190 meist überlegen. Ist im Spiel nicht anders und passt auch so. Wer keine BnZ Jäger mag, der spielt eben eine andere Linie. Die 109er Reihe ist immer noch wendig genug.

ABER: Warum implementiert WG die 190D nicht als TnB Jäger? Doch nur, weil Rob Bob damit überfordert wäre, nun plötzlich eine andere Spielweise zu haben! Und weil er jammert, dass wenn die 190er bisher BnZer waren, doch bitte ALLE 190er BnZer sein sollen! Böses, böses WG! Wie können die ein Flugzeug nur so umsetzen, wie es in der Realität war! Und das finde ich, gelinde gesagt zum kotzen! Flugzeuge werden irgendwie hingebogen, nur weil manche Spieler zu faul oder zu dumm sind, das Spiel zu begreifen bzw. sich auf ein Flugzeug einzulassen. Und wer das Flugzeug nicht will, geht eben nur bis zur 190A und ist glücklich. Wo ist das Problem? Man muss nicht überall auf Tier 10 sein! Wenn in einem Zweig der T5 das Traumflugzeug ist - bitte sehr.

 

Wunderwaffe X fehlt:

Stimme dir voll und ganz zu! Die Me-262 hätte zwar laut mancher Experten durchaus den Krieg wenden können, wenn Hitler ihrem Einsatz als Abfangjäger zugestimmt hätte.  Aber nicht, weil sie so ein Kurvenwunder war, sondern wegen ihrer starken Feuerkraft gegen Bomber. Die 4 MK108 konnten eine B-17 ziemlich schnell zu Altmetall verarbeiten! Mit genug 262ern wären die massiven Bombenangriffe vielleicht nicht mehr möglich gewesen, wodurch die Alliierten einen Großteil ihrer Schlagkraft gegen die deutsche Industrie und deutsche Flugplätze eingebüßt hätten.

Was das Jumo Triebwerk anging, hast du vollkommen recht. Das Ding glich eher einer Sylvesterrakete als einem Triebwerk und war äußerst empfindlich. Für seine Zeit und die damaligen Umstände war es zwar eine große Leistung der deutschen Ingenieure, diese Technik zu entwickeln - aber wirklich einsatztauglich war das Ding nicht.

Was die Horten IX angeht, so gab es da meines Wissens nur wenige Testflüge - einer davon endete mit einem tödlichen Absturz aufgrund technischer Probleme. Das lässt darauf schließen, dass auch die Horten IX schwer zu fliegen und/oder nicht ausgereift war. Ein Erich Hartmann oder Adolf Galland hätte sie sicher erfolgreich fliegen können - aber sicher kein Hitlerjunge, der mit 10 Flugstunden (wenn überhaupt!) da rein gesetzt wurde! An erfahrenen Piloten mangelte es gegen Kriegsende extrem! Genauso der "Volksjäger", die He-162. Ein gutes aber schwer zu fliegendes Flugzeug, das in den Händen erfahrener Kampfpiloten sicher verheerend gewesen wäre - in den Händen unerfahrener Jugendlicher war es nur noch Futter.

Also in Sachen Wunderwaffen gebe ich dir recht.

 

Der berüchtigte "Russen Bias":

Also manche Russen sind schon recht stark muss ich sagen. Nehmen wir die La-5. Drei 20mm Kanonen - auf Tier 6! Dazu eine gute Wendigkeit. Das ist ne Hausnummer! ABER: Ich muss mich auch in der La-5 genauso anstrengen und genauso mein Hirn einschalten wie in jedem anderen Flugzeug auch! Die I-16 liegt mir z.b nicht so sehr, wohl aber die I-17 und die I-15bis DM2.

Die Schlachter finde ich auch ganz und gar nicht OP - auch nicht, dass sie so viel einstecken können. Eine IL-2 konnte auch in der Realität einiges wegstecken...das passt also.

 

Zu den Waffen, vor allem im Hightier kann ich noch nicht viel sagen. Es dürfte aber klar sein, dass dicke Trollguns eher ungenauer sind als MGs.

 

"WG will alles gleichmachen!; Bestrafung guter Spieler.

Doch, das geht meiner Meinung nach schon in diese Richtung! Gute Spieler konnten mit einem Heavy ordentlich aufräumen - was macht WG? NERF! Wenn auch indirekt - ein Nerf wars trotzdem und zwar einer, der die Heavies beinahe nutzlos gemacht hätte! Beinahe - sie sind alles andere als nutzlos, aber WG ist haarscharf dran vorbeigeschrammt sie totzunerfen. Denn schnell wegsteigen war das einzigste, was ein Heavy nach einer Attacke tun konnte, wollte er nicht Futter sein.

Ein schlecht gespielter Heavy war aber auch vor dem Patch Futter! WIe oft habe ich Heavys weggefrühstückt, die in den Kurvenkampf gegangen oder nicht hoch genug gestiegen sind! Sie waren extrem stark, ja - wenn sie gut gespielt wurden. Heute muss man sie so vorsichtig spielen und eher eine Abwartetaktik fahren, bis eine gute Gelegenheit zum Angriff kommt, dass auch gute Heavy-Spieler kaum noch richtig wirken können.

Genau dasselbe beim KV-1S in WoT. Mir liegt der nicht, also kann ich am besten sagen, dass das kein OP "Ich rotz alles weg!" Panzer ist! Wem er liegt und wer das Spiel verstanden hat - klar, der räumt damit auf! Aber eben auch nur der - und nicht jedermann! Aber was macht WG? NERF! Anstatt solche Ausreißer einfach mal im Game zu lassen und zu sagen: "Learn to play and deal with it!" Ich glaube nicht, dass WG alles gleichmachen und gute Spieler mit Absicht abstrafen will - das ist sicher Heulerei. Aber manchmal übertreiben sie es mit ihrem Balancing.

 


"Once we were numerous, but thats long ago....." (Sabaton: "7734")

Black_Sheep1 #10 Posted 14 January 2014 - 07:30 PM

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@Cobra 1983: Der Unterschied ist nur, vor dem Nerf konnte ein durchschnittlicher BnZ Spieler einen guten Turn&Burn im Regelfall ohne größere Probleme zerlegen, weil man bei nach oben schießen einfach so gut wie keinen Schaden verursacht hat.

Da war es nicht weiter schlimm wenn sich ein Heavy, bzw. auch jeder andere BnZ etwas länger im Feuerbereich aufgehalten hat, solange man nur etwas höher als der Gegner war.  Das wir stürzen mal eben auf mehrere Gegner, pflücken mal eben einen raus ist jetzt eben nicht mehr so einfach wie vorher, was ich zugegebenermaßen auch begrüße, obwohl ich selber keinen der TnB Zweige lvl.

 

Momentan jedenfalls nicht. Nicht das es einige Sachen an Balancing gibt die noch die ein oder andere Einstellung brauchen, aber wie immer sind Solche Einschätzungen ja auch imemr hoch subjektiv.

 

Welches Flugzeug welchem in echt überlegen war, ist für ein Arcade-Flugspiel übrigens nicht wirklich relevant. Es ist nett wenn man die historischen Vorteile/Nachteile der Einzelnen Flugzeuge etwas herausstellt, aber das Hauptaugenmerk sollte immer auf der Balance der Flugzeuge untereinander liegen. Je nachdem muss man eben den einen Vorteil noch etwas vergrößern oder verringern, damit es passt.


Edited by Black_Sheep1, 14 January 2014 - 07:39 PM.


tomonaga #11 Posted 14 January 2014 - 08:20 PM

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Im Juni 1942 gelangten die Briten in den Besitz einer flugfähigen Fw 190.

 

Die wurde umgehend nach Duxford gebracht, zur Air Fighting Development Unit und dort bis ins kleinste Schräubchen analysiert.

 

Hier ein paar Auszüge aus dem Bericht:

 

"The Fw 190 was compared with a Spitfire VB from an operational squadron for Speed and all-round manoeuvrability at heights up to 25000 ft.

The Fw 190 is superior in Speed at all heights.........

........the climb of the Fw 190 is superior to that of the Spitfire VB at all heights........

......comparative dives between the two aircraft have shown that the Fw 190 can leave the Spitfire with ease, paticulary during the Initial stages......

......the manoeuvarability of the Fw 190 is better than that of the Spitfire VB exept in turning circles, when the Spitfire can quite easily out-turn it........

......the Fw 190 has better acceleration under all conditions of flight and this must obviously be most useful during combat.........

.......when the Fw 190 was in a turn and was attacked by the Spitfire, the superior rate of roll enabled it to flick into a diving turn in the Opposition direction......

 

Kurz in deutsch:

In allen fliegerischen Belangen wurde die Spitfire VB *outclassed*, mit nur einer Ausnahme, im engen kurven.

 

Nicht umsonst wurde die Fw 190 von britischen Piloten "Butcher Bird" genannt.

 

Der Vergleich zwischen der Spit VB und der Me 109 F-2 ergab übrigens ein Unentschieden. (....equall in most terms.....technical parity....)

 

Was die FW 190 D-9 angeht, die konnte endlich die Schwächen der Vorgänger in großen Höhen ausbügeln, büßte aber dramatisch bei der Rollrate ein und war relativ schwach bewaffnet.

 

Ein Testpilot beschreibt die Ta 152:

"The flying characteristics of the Ta 152 put all previous german fighters completely in the shade.

I would venture to suggest that the Ta 152 was by far the superior when it comes to dogfighting with the allied fighters then in service."

 

Alles in allem war es ein ständiger Kampf der Ingenieure, der mal den einen, mal den anderen die Nase vorn haben ließ.

 

Im Osten sah das gänzlich anders aus, aber es ist spät, ich hab jetzt keine Lust mehr dazu auch was zu schreiben.

 

Wünsche allen Fliegern einen schönen Abend :)



Cobra1983 #12 Posted 15 January 2014 - 11:55 AM

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Ja, also bei den FW 190ern bin ich auch ein bisschen sauer. Nicht falsch verstehen, das sind gute Maschinen im Game. Aber eben völlig verbogen....da hätte WG auch einen Crimson Skies Tree (WÄRE DAS GEIL!!!) einführen können.
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HassLappen #13 Posted 15 January 2014 - 04:29 PM

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View PostJavikTheProthean, on 13 January 2014 - 09:21 PM, said:

Ausnahmen bilden die FW 190 D und TA 152. Diese als Höhenjäger konzipierten extrem schnellen Flugzeuge wiesen eine schlechtere Steigrate als ihre Vorgängermodelle auf, wendeten aber fast auf dem Kreis, die Ta 152 konnte sogar mit Spitfires kurven,

[...]

die Triebwerke hatten die Tendenz, in der Kurve plötzlich Feuer zu fangen

 

 

Auf welcher Grundlage werden diese Behauptungen aufgestellt?



Cheekibreekiivdamke #14 Posted 15 January 2014 - 04:50 PM

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View PostDerReuter, on 15 January 2014 - 05:29 PM, said:

 

 

Auf welcher Grundlage werden diese Behauptungen aufgestellt?

 

Manuel Wolfs Werk "Luftkrieg über Europa" entnommen. In einer Vergleichstabelle werden hier auf mehreren Quellen basierend die Jäger der Luftwaffe mit denen der Westalliierten verglichen. (Bf 109 K-4, FW 190 D, Ta 152 H-1, Spitfire Mk. IX und XIV, Tempest Mk. V, P-51 D) Höchstgeschwindigkeiten, Steigrate sowie Kurvenradien aufgelistet, die Daten bezieht Wolf aus mehreren namhaften Werken, unter anderem Eric Browns berühmte Testreihen. Beide Spitfire-Typen schneiden laut der Tabelle vor allem ab mittleren Höhen schlechter als die Ta 152 im Kurvenkampf ab.

 

....Das Feuer fangen ist falsch übersetzt, das ist richtig. Danke für die Korrektur. Richtig wäre Ausflammen bei Lastwechsel und Kurven. Ausgebessert.

 


Edited by JavikTheProthean, 15 January 2014 - 05:04 PM.

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 Haut rein ihr Fotzen

 - SergeantBabas letzte Worte


HesseJames #15 Posted 15 January 2014 - 06:14 PM

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Schön geschrieben, + von mir.

Mas sollte allerdings noch sagen, dass die Jumo 004 einen schlechteren Ruf hat als sie verdient. Das Originaltriebwerk war soweit ich weiß durchaus zuverlässig, das Problem war die Rohstoffknappheit und damit einhergehend dass die Serientriebwerke aus günstigeren Materialien gebaut werden mussten, was die fatale Unzuverlässigkeit verursachte.



Redeyes84 #16 Posted 15 January 2014 - 11:48 PM

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schön geschrieben und endlich mal jemand der klartext redet

 

eigentlich ist es nur schade das die "mimimimi"-leute (ich vermute mal wegen denen hast du diesen Text geschrieben) das nicht lesen oder wenn sie es tun nicht (richtig) verstehen oder dir sonstwas unterstellen weil sie die Warheit nicht sehen wollen



Cobra1983 #17 Posted 16 January 2014 - 12:19 PM

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Es ist ja nicht so, dass die "Mimimi-Leute" Unrecht haben...in einigen Sachen haben sie durchaus recht - nur übertreiben sie halt meistens maßlos. Und wenn das nicht hilft, dann kommt: "Bei War Thunder ist eh alles besser!" :teethhappy:
"Once we were numerous, but thats long ago....." (Sabaton: "7734")

tomonaga #18 Posted 16 January 2014 - 01:38 PM

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Huhu

 

Dem geneigten Leser möchte ich folgendes Buch ans Herz legen:

 

Adolf Galland - "Die Ersten und die Letzten"

 

Erschienen 1953 und danach in diversen Neuauflagen.

 

Hab ich erstmals Mitte der 70er gelesen, teilweise recht trocken geschrieben, aber hochinformativ.

 

Besonders die Einblicke hinter die Kulissen sind sehr interessant.

 

Man darf natürlich nicht vergessen, daß der Mann hier seine eigene Geschichte beschreibt.

Einige seiner Entscheidungen als General der Jagdflieger gelten ja als umstritten.

Er stellt halt seine Sicht der Dinge dar.

 

Ob sich die Neuauflagen von meinem Exemplar unterscheiden weiß ich nicht.

Wer es kann sollte sich ein möglichst altes Exemplar besorgen.

 

Liebe Grüsse



Snortsch #19 Posted 30 January 2014 - 12:18 PM

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View PostRedeyes84, on 15 January 2014 - 11:48 PM, said:

schön geschrieben und endlich mal jemand der klartext redet

 

eigentlich ist es nur schade das die "mimimimi"-leute (ich vermute mal wegen denen hast du diesen Text geschrieben) das nicht lesen oder wenn sie es tun nicht (richtig) verstehen oder dir sonstwas unterstellen weil sie die Warheit nicht sehen wollen

Waaas..Schweinhundz Blitzen!!! Ich bin mir ganz sicher, dass die Me-262 am Ende noch Tesla Puls Triebwerke und einen

Gatling Laser bekommen sollte!!! Ja, Gatlinglaser, die sind cool!

 

Spass beiseite, sehr schön geschrieben und in allen Punkten richtig. Auch ich hätte mir eine beweglichere, schächer bewaffnete Version

der Fw-190 D gewünscht, aber ich denke WG hatte auch Angst, die 109er und 190er Reihe zu ähnlich zu machen.


Edited by Snortsch, 31 January 2014 - 12:40 AM.


Rukh_UE25 #20 Posted 30 January 2014 - 12:55 PM

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View Posttomonaga, on 16 January 2014 - 02:38 PM, said:

Dem geneigten Leser möchte ich folgendes Buch ans Herz legen:

 

Adolf Galland - "Die Ersten und die Letzten"

 

Erschienen 1953

 

Sehr geiles Buch, ich glaube, ich habe das im zarten Alter von acht Jahren das erste Mal gelesen, ich habe das auch damals von meinem Opa geerbt.


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